Tauchclub Uni Stuttgart Manatees e.V.

   
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Joule Thomson Effekt

Der Joule - Thomson - Effekt beschreibt die Auswirkungen bei der Kompression und Entspannung von Gasen (Luft). Zwischen den einzelnen Gasteilchen. bestehen Anziehungskräfte. Wird das Gas komprimiert, helfen diese Anziehungs-kräfte mit. Es wird Energie in Form von Wärme frei. Deshalb erwärmt sich die Taucherflasche beim Füllen. Wird das Gas wieder entspannt, wirken die Anziehungskräfte dagegen. Es muß zusätzliche Energie zugeführt werden. Dies geschieht durch Abkühlen der Umgebung. Wird Luft von 200 bar auf 1 bar entspannt, dann kühlt sie sich um ca. 40°C ab.

Was für Auswirkungen hat das für uns?
Die kalte Atemluft wird durch den Körper erwärmt. Hierfür benötigt er viel Energie und die Auskühlung wird zusätzlich zu der äußeren Wärmeabfuhr noch verstärkt.

Gravierender und gefährlicher ist aber das Vereisen des Atemreglers. Die sehr kalte Luft kann zu Bildung von Eiskristallen führen, die sich zwischen Ventilsitz und Schließkolben festsetzen und damit das Schließen des Ventils verhindern (innere Vereisung). Oder es bildet sich Eis in der Wasserkammer des Druckminderers ( äußere Vereisung) das dann dauernd auf den Kolben oder Membran drückt und so auch zu ständigem Abströmen führt.

Folgende Faktoren begünstigen diesen Effekt:

* Druckdifferenz vor und nach Entspannung der Luft (größte Gefahr bei voller Flasche!).
* Menge der durchfließenden Luft (große Tiefe, Anstrengung, gleichzeitiges Atmen und Tarieren, gleichzeitiges Atmen aus dem Oktopus, Wechselatmung).
* kaltes Umgebungswasser.
* Wärmeleitung und Bauart des Atemreglers.
* Luftfeuchtigkeit (schlecht gewarteter Kompressor).

Um dem vorzubeugen versuchen die Hersteller durch verschiedene Maßnahmen (Öl und Fettfüllungen, Gefrierschutzkappen, wärmeleitfähige Materialien) vereisungssichere Automaten herzustellen. All diese Maßnahmen können aber nicht den absoluten Schutz bieten.

Den 100% vereisungssicheren Automaten gibt es nicht!

Das Vereisen ist eine ernstzunehmende Situation, die eine sofortige Gegenmaßnahme erfordert. Bedingt kann aus einem abblasenden Atemregler geatmet werden. Der Atemluftvorrat nimmt hierbei aber rasant ab. Dies sollte unbedingt vorher geübt werden (im Hallenbad Luftdusche drücken).

Vorteilhaft ist, wenn zwei getrennte erste Stufen verwendet werden. Dann kann die vereiste erste Stufe geschlossen werden und es wird aus dem Reserveautomat weitergeatmet.
Es muß jedenfalls sofort ausgetaucht werden, gegebenenfalls am Zweitautomat des Buddys oder unter Wechselatmung.

Deshalb immer beachten:

* Kaltwassertaugliche Automaten verwenden
* hohe Luftentnahmen vermeiden
* große Tiefen meiden
* verwenden von zwei getrennten ersten Stufen
* ideal: zwei komplett getrennte Systeme

Hans Jürgen