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El Niño

Im Zusammenhang mit dem Ausbleichen der Korallen ist immer wieder von El Niño als Ursache der Wassererwärmung die Rede. Der El Niño spielt sich vor der nördlichen Westküste Südamerikas ab. Normalerweise befindet sich dort, wie vor jeder Westküste eines Kontinents ein relativ stabiles Hochdruckgebiet. Die Winde drehen sich dabei auf der Südhalbkugel im Gegenuhrzeigersinn um das Hoch. Dies hat dem Effekt, dass kalte Luft aus dem Süden äquatorwärts geblasen und dabei nach Westen abgelenkt wird. Die daraus entstehende Luftströmung ist der (Südost-) Passat. Durch den Aufprall auf den Nordost- Passat ergibt sich eine beständige Strömung nach Westen und nach oben. Diese Winde strömen dann zu einem Tief, das vor der Ostküste Australiens liegt. Dabei ist es logisch, dass die Winde umso stärker sind, je grösser der Druckunterschied zwischen dem Hoch und dem Tief ist. Die Windströmungen haben natürlich auch entsprechende Meeresströmungen zur Folge wie zum Beispiel den aus dem Süden kommenden Humboldtstrom.
Im El Niño Fall bricht dieses Hoch jedoch zusammen. Dieses Phänomen erreicht immer zurzeit des Südsommers seinen Höhepunkt, weil es dann am heissesten ist. Dies ist immer um Weihnachten herum der Fall, woher das Phänomen auch seinen Namen hat (El Niño: spanisch, "das Christkind"). Die Differenz zwischen dem Hoch und dem Tief (vor Australien) wird kleiner, ja kann sogar negative Werte annehmen. Das hat zur Folge, dass die normalen Passatwinde zusammenbrechen und sogar in die Gegenrichtung wehen.
Das Oberflächenwasser des Pazifiks wird nun nicht mehr nach Westen getrieben, stattdessen schwappt das warme Wasser, das sich vor der Küste Ostaustraliens angestaut hat, Richtung Osten zurück und entlang des Äquators wird das Wasser ungewöhnlich warm, wie zum Beispiel auf den Malediven.

Franz Brümmer